Grunelius-Konzerte – quartetaffairs<br>Konzert mit dem Brentano String Quartet

Grunelius-Konzerte – quartetaffairs
Konzert mit dem Brentano String Quartet
Am Montag, 21. November 2016, 19.30 Uhr
Brentano String Quartet © Jürgen Frank

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Mark Steinberg Violine
Serena Canin Violine
Misha Amory Viola
Nina Maria Lee Violoncello

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Streichquartett Es-Dur KV 428
Stephen Hartke (* 1952)
Neues Werk (Uraufführung)
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 – 1847)
Streichquartett e-Moll op. 44 Nr. 2

Das international renommierte Brentano String Quartet ist auf allen großen Bühnen und bei den bedeutendsten Kammermusikfestivals zu Gast. Eine enge Zusammenarbeit verbindet das Ensemble mit Partnern wie Mitsuko Uchida, Jessye Norman und Richard Goode, sowie zeitgenössischen Komponisten wie Sofia Gubaidulina und Bruce Adolphe. Mehrere preisgekrönte CDs des Quartetts erschienen beim  Label Aeon, zuletzt die späten Quartette Beethovens.
Mozarts Es-Dur Quartett hat einen fast atonal anmutenden Beginn, mit dem das Ensemble im Einklang sich über eine Oktave dann durch Vorhalte schlängelt: was ist das denn für ein Thema? Mithilfe verschiedener Gestalten, die fast wie Versuche klingen, wird dieser Allegro-Satz immer wieder durchbrochen und greift verschiedene Pfade auf. Der langsame Satz, eine wundersame Schichtung von langen Tönen mit eröffnender Quinte, lässt uns vermuten, dass es gar keine Melodie gibt. Mozart braucht kein Arienthema, um sich auszudrücken, seine Zusammenstellung der vier Stimmen, mit im Ostinato rollender Bass-Partie entführt uns augenblicklich in seine eigene Klangwelt. Der 2013 Grammy Gewinner Stephen Hartke gehört zu den bedeutendsten Komponisten der USA. Seine Einflüsse reichen von Strawinsky bis Bebop oder Gagaku. Als emeritierter Professor der University of Southern California lehrt er nun am Oberlin College, zu seinen unzähligen Aufträgen zählen Werke für New York Philharmonic, National Symphony, Orpheus Chamber Orchestra oder The Hilliard Ensemble, hervorzuheben ist seine 4-jährige Residenz beim Los Angeles Chamber Orchestra. Das Brentano Quartett wünschte sich ein neues Werk von ihm für unseren Auftrag. Heute erlebt das Quartett seine Uraufführung, wir sind gespannt! Mendelssohn schrieb sein e-Moll Quartett während seiner Hochzeitsreise. Die mittleren Quartette op.44 zählen zu den virtuosesten Werke unseres Repertoires. Aus dem “misterioso“ Beginn kommt die erste Violine singend und seufzend hervor, der Satz durchlebt aufbäumende, fordernde, sprudelnde und auch homogen stille Momente. An zweiter Stelle erklingt ein typisches Elfen-Scherzo, wie nur er es schreiben konnte. Die Gattung „Lieder ohne Worte“ hat Mendelssohn erfunden, im 3.Satz überträgt er sie auf das Streichquartett, bevor sich ein nervöser Finalsatz mit grandioser Schlusscoda den Weg bahnt.

Ernst Max von Grunelius-Stiftung (Förderer), Frankfurter Bürgerstiftung (Projektleitung)