Konzertmatinee mit dem Ensemble Incendo

Konzertmatinee mit dem Ensemble Incendo
Am Sonntag, 11. Dezember 2016, 11.00 Uhr
Ensemble Incendo © Daniel Kogge

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Julia Maria Kretz-Larsson Violine
Marie Kogge Violine
Chie Peters Viola
Ehrengard von Gemmingen Violoncello
Erik Larsson Klarinette
Christoph Anacker Kontrabass

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)    
Streichquartett KV 156 in G-Dur
Heinrich Joseph Baermann  (1784 – 1847)   
Klarinettenquintett in Es-Dur op.23 Nr.3
Elena Firsova (* 1950)               
Klarinettenquintett op.160 (Uraufführung)
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)        
Klarinettenquintett in A-Dur

Das Berliner Ensemble Incendo hat sich seinen Namen zum Programm gemacht, gilt es doch, die eigene Begeisterung für die Musik auf das Publikum zu übertragen, oder bei den  Hörern zu „zünden“. Das im Jahre 2000 gegründete Ensemble ist bereits in vielen Ländern Europas und Afrikas aufgetreten und spielte  auf zahlreichen Musikfestivals, etwa dem Heidelberger Frühling  und dem Klangestalten Festival Berlin.

Während der Arbeit an seiner großen Opera seria „Lucio Silla“ für Mailand fand der 16- jährige Mozart Zeit und Inspiration zur Komposition einer Serie von sechs Quartetten für Streichinstrumente. Alle "Mailänder Quartette" sind dreisätzig nach Art italienischer Opern-Ouvertüren und noch nicht zu messen an den epochalen Quartetten op. 20 von Joseph Haydn aus dem gleichen Jahr. Gleichwohl ist Mozarts Handschrift in jedem dieser sechs Quartette bereits unverwechselbar und am deutlichsten ausgeprägt in der langsamen Mittelsätzen, von denen fünf in Molltonarten stehen. Der in Potsdam geborene Heinrich Joseph Baermann lernte Klarinettenspiel in der örtlichen Militärmusikschule, ehe in Prinz Louis Ferdinand von Preußen durch den Berliner Virtuosen Franz Tausch ausbilden ließ. Nach Preußens Niederlage 1806 lernte Baermann in Mannheim König Maximilian I. von Bayern kennen, der ihn sofort zum  Solisten der Münchner Hofkapelle ernannte. Baermann gehört zu den bedeutendsten Klarinettenvirtuosen des frühen 19. Jahrhunderts, fur ihn schrieb Carl Maria von Weber alle seine Klarinettenwerke. Jelena Firsowa ist eine bedeutende Schülerin des legendären Edison Denissow, Freund von Schostakowitsch, der seine schöpferische Nonkonformität in der Sowjet-Ära mit Aufführungsverbot und weitgehender öffentlicher Missachtung bezahlen musste. Seiner Schülerin erging es nicht besser, wie auch der heute so berühmten Sofia Gubaidulina. Seit 1991 lebt und arbeitet Jelena Firsowa in England. Ihr Werkverzeichnis umfasst mehr als 100 Kompositionen fast aller Gattungen, unter den Auftraggebern neuer Werke sind so prominente Institutionen wie das Concertgebouw Orchester Amsterdam, das Brodski-Quartett und internationale Feativals. Das Quintett A-Dur für Klarinette und Streichquartett schuf Mozart im September 1789 für seinen Freund Anton Stadler, damals führender Virtuose der Klarinetteninstrumente im Wiener Musikleben. Dieses Meisterwerk wurde für mehr als ein Jahrhundert zum Vorbild, Modell und Maßstab für jeden Komponisten, der sich mit der Absicht,  niveauvolle Kammermusik dieser Besetzung zu schaffen.
Ernst Max von Grunelius-Stiftung (Förderer), Frankfurter Bürgerstiftung (Projektleitung)