Holzhausenkonzerte<br>Konzertmatinee mit Nami Ejiri

Holzhausenkonzerte
Konzertmatinee mit Nami Ejiri
Am Sonntag, 29. Januar 2017, 11.00 Uhr
Nami Ejiri © Stephanie Schweigert

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Walentyn Sylwestrow (* 1937)
Der Bote
Franz Liszt (1811 – 1886)
Les jeux d`eaux à la Villa d'Este
Claude Debussy (1862 – 1918)
aus Préludes Livre I:

  • Voiles
  • Les collines d´Anacapri
  • La fille aux cheveux de lin
  • La serenade interrompue
  • Ce qu´a vu le Vent d´ouest

L´isle joyeuse
Franz Schubert (1797 – 1828)
Sonate B-Dur D 960

Nami Ejiri wurde als Kind einer Pianistin in Tokyo geboren. Die umfangreiche klassische Plattensammlung ihres Großvaters und der Klavierunterricht bei Takahiro Sonoda, der als Pianist u.a. Mit Herbert von Karajan und Sergiu Celibidache zusammengearbeitet hatte, weckten in ihr schon als Dreijährige die Liebe zur europäischen Musik. Sie durfte, als beste Absolventin aller japanischen Hochschulen, vor der Kaiserlichen Familie von Japan spielen. Reisen zu Konzerten und Wettbewerben führten die Pianisitin immer wieder nach Europa und am Ende in ihre jetzige Wahlheimat Deutschland.
Sie ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Klavierwettbewerbe. So gewann sie u.a. beim Wettbewerb Vianna da Motta, Portugal. Ihre Konzerte in der Alten Oper Frankfurt und beim Kultursommer Nordhessen wurden vom Hessischen Rundfunk (HR) übertragen. Die 2014 erschienene CD mit späten Werken von Franz Schubert erregten bei den Fachmedien durch ihre feinsinnige Musikalität große Aufmerksamkeit. Die Pianistin engagiert sich für die Berlitz Educational Foundation for Children sowie für das Projekt Schulfit im Frankfurter Gallusviertel. Darüber hinaus spielt sie regelmäßig Benefizkonzerte in Schulen und für die Opfer von Naturkatastrophen in Japan.
„Der Bote“ von Walentyn Sylwestrow wurde von ihm im Jahr 1997 für seine Frau komponiert, die zu dieser Zeit schon wegen einer schweren Krankheit im Bett lag und noch im selben Jahr verstarb. Die Komposition ist eine Hommage an die früheren Zeiten. Die Lautstärke bewegt sich die ganze Zeit zwischen pppp und mp und nur ein einziges Mal wird mf gespielt. Das Pedal muss nach dem Wunsch des Komponisten sehr unklar und gemischt verwendet werden. Franz Liszt fühlte sich am Leben gescheitert und sehr ausgezehrt, als er die Stücke Nr. 1-4 der „Pilgerjahre, das dritte Jahr“ im Jahr 1877 komponiert hat. Ursprünglich wollte er sie dem Zyklus „Zypressen und Palmen“ zuordnen, welcher symbolisch für „Tod und Rettung“ steht. Die Villa d’Este ist eine Parkanlage mit einem Palast in Tivoli und gehört zum Weltkulturerbe. Dem Stück hat Liszt dieses Zitat aus der Bibel beigefügt: „das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt“. Claude Debussy hat seine beiden Hefte des Präludiums für Klavier, jeweils 12 Stücke, an seinem Lebensabend komponiert. In „L’Isle Joyeuse“ spielt der Lydische Modus eine wichtige Rolle. Das Motiv hat Debussy von einem Bild von Antoine Watteau bekommen, welches „Einschiffung nach Kythera“ heisst. Kythera ist in der Mythologie die Insel des Glücks und der sinnlichen Erfüllung. Die Sonate B-Dur D 960 von Franz Schubert ist die letzte seiner drei Sonaten für Klavier. In ihrem individuellen Stil ist sie ungewöhnlich reif und man kann hier die Vielfarbigkeit eines, wenn auch kurzen, Menschenlebens erspüren. Zwei Monate nach dieser Komposition verstarb Schubert mit nur 31 Jahren.

Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung (Förderer), Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung (Förderer) Frankfurter Bürgerstiftung (Projektleitung)