STIFTUNGSPORTRAIT

Das Engagement der Frankfurter Bürgerstiftung mit Sitz im Holzhausenschlösschen ist vielseitig und erfüllt von dem Wunsch, etwas für Frankfurt und seine Bürger zu bewegen. Seit Stiftungsgründung im Jahr 1989 führt die Frankfurter Bürgerstiftung die lange Tradition des bürgerschaftlichen Engagements in Frankfurt am Main fort. 

Dabei verbindet sich an vielen Stellen die heutige Ausrichtung mit der alten Tradition des Ortes. 1727-1729 ließ die Frankfurter Patrizierfamilie von Holzhausen an der Stelle des heutigen Holzhausenparks nach Plänen des Hessischen Hofbaumeisters Louis Remy de la Fosse ein barockes Wasserschloss errichten. Davor hatte auf dem ländlichen Gut, das 1503 in den Besitz von Hamman von Holzhausen gekommen war, ein mittelalterlicher Landsitz gestanden. Schon unter Hammans Sohn Justinian entwickelte sich der Ort zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Zentrum der Stadt nach humanistischem Ideal. Der letzte männliche Nachkomme der älteren Holzhausen-Linie, Adolph von Holzhausen, wünschte in seinem Testament, in dem er sein Vermögen zusammen mit dem Familiensitz und dem umgebenen Park der Stadt Frankfurt vermachte, für das Schlösschen eine mit kulturellem und wissenschaftlichem Engagement verbundene Nutzung

Vor Gründung der Frankfurter Bürgerstiftung wurde das Holzhausenschlösschen unterschiedlich genutzt – Ernst May hatte von 1912 bis 1919 sein Büro im Holzhausenschlösschen und plante von hier aus das Neue Frankfurt. 1924 zog die Außenstelle Frankfurt des Reichsarchivs ein, wo sie bis zur Auslagerung der Bestände im Jahr 1944 blieb. Nach 1945 lag das Gebäude im Sperrgebiet, ab 1952 war es Sitz des Museums für Vor- und Frühgeschichte. Nachdem das Archäologische Museum (damals Museum für Vor- und Frühgeschichte) Anfang der 1980er Jahre ein neues Domizil in der Karmeliterkirche gefunden hatte, gab es verschiedene Überlegungen, was mit dem Holzhausenschlösschen geschehen solle. Da für das Gebäude eine langfristige und kostensparende Nutzung unter Berücksichtigung der testamentarischen Auflagen des letzten Besitzers Adolph Freiherr von Holzhausen gefunden werden musste, kam im Frühjahr 1988 die Idee auf, eine Stiftung zu errichten. Im Juni 1988 erklärte sich die Stadt Frankfurt bereit, diese Idee zu unterstützen und bot das ihr gehörende Holzhausenschlösschen zur Nutzung als Stiftungssitz an.

Anknüpfend an das Testament Adolph von Holzhausens fanden sich 1989 sieben Frankfurter Bürger und Institutionen zur Gründung der Frankfurter Bürgerstiftung zusammen. Gründungsmitglieder der Frankfurter Bürgerstiftung waren die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung (die heute neben dem Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung zu den Hauptförderern zählt), die Roman und Helmine Spagl-Stiftung, die Ernst Max von Grunelius-Stiftung, die Stiftung Allgemeine Hypothekenbank, Frau Barbara von Metzler, die Degussa AG und das Institut für Gemeinwohl GmbH. Die Frankfurter Bürgerstiftung wurde am 15. Februar 1989 errichtet und am 29. März vom Regierungspräsidenten in Darmstadt genehmigt. Am 12. Mai erfolgte der Eintrag ins Goldene Buch der Stiftungen Frankfurt am Main. Die Sanierung des verfallenen Holzhausenschlösschens wurde zum ersten Projekt. Seither hat sich die Frankfurter Bürgerstiftung zu einer der wichtigsten Frankfurter Kulturstiftungen entwickelt. Mit über 300 Veranstaltungen pro Jahr leistet sie einen bedeutenden Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt Frankfurt am Main. Der Schwerpunkt liegt auf Konzerten, Kinder- und Jugendveranstaltungen sowie Lesereihen und Vorträgen. Für die meisten Veranstaltungen dient das von der Stiftung und ihren Freunden und Förderern aufwendig sanierte und umgebaute Holzhausenschlösschen als wirkungsvolles Podium.

Die Frankfurter Bürgerstiftung verfolgt aber auch die Erforschung der Geschichte der Stadt Frankfurt am Main und ihrer Persönlichkeiten (www.frankfurter-personenlexikon.de), die Arbeit im Bereich Soziales, Bildungsprojekte und Naturschutz.

Über 2000 Freunde und Förderer unterstützen die Stiftungsarbeit mit kleinen und großen Spenden. Ein Stiftungskapital ist im kontinuierlichen Aufbau. Die Bürgerstiftung stiftet zum Stiften an und geht mit gutem Beispiel voran. Dabei wird unter „Stiften“ nicht allein das Geben von Gut und Geld verstanden, sondern ebenso das Einbringen von Ideen, weitblickendem Unternehmergeist, Zeit, sozialem Engagement; kurzum  – alle privaten Initiativen, die Stadtkultur prägen. Die Stiftung arbeitet ohne städtische Subventionen. Die Frankfurter Bürgerstiftung verwaltet auch Treuhand-Stiftungen und freut sich über Zustiftungen. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wir freuen uns!

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