Der Meeresraum ist eine neue Welt<br>Vortrag und Lesung anlässlich des 100. Geburtstages von Elisabeth Mann Borgese

Der Meeresraum ist eine neue Welt
Vortrag und Lesung anlässlich des 100. Geburtstages von Elisabeth Mann Borgese
Am Montag, 17. September 2018, 19.30 Uhr
 Elisabeth Mann Borgese © Fritz Krauskopf

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Vortrag von Karolina Kühn

Lesung von Paula Hans

Elisabeth Mann Borgese war die jüngste Tochter von Katia und Thomas Mann: Am 24. April 1918 wurde sie in München geboren, am 8. Februar 2002 starb sie in St. Moritz. Sie war für Thomas Mann die kleine „Medi“ und sein Liebling und schaffte es, aus dem Schatten des Nobelpreisträgers herauszutreten und einen eigenen Weg als politische Visionärin und „Botschafterin der Meere“.

Ihre Jugend verbrachte Elisabeth Mann größtenteils im Exil, zunächst in der Schweiz, später in den USA. Als deutsche, tschechoslowakische, amerikanische und schließlich kanadische Staatsbürgerin hatte sie ab 1933 in verschiedenen Ländern und auf mehreren Kontinenten gelebt und fühlte sich als Weltbürgerin. Im Jahr 1939 heiratete sie den 36 Jahre älteren sizilianischen Schriftsteller und Faschismus-Kritiker Giuseppe Antonio Borgese, mit dem sie ab 1946 an der Universität Chicago  am Projekt einer Weltverfassung mitarbeitete. Sie bekommen zwei Töchter und ziehen 1952 nach Italien. Noch im selben Jahr wird Elisabeth Mann Borgese mit 34 Jahren Witwe.

Ihr politisches und wissenschaftliches Denken war ganzheitlich und global. Bereits in den Siebzigerjahren kämpfte sie für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Im Zentrum standen dabei der Mensch und seine Verantwortung für die Welt, in der er lebt. Leidenschaftlich kämpfte sie für eine gerechtere Ressourcenverteilung und den Erhalt der Ozeane als ökologisches System – und das als Autodidaktin und oftmals als einzige Frau unter Männern. Als Autorin zahlreicher Bücher („Das Drama der Meere“, „Mit den Meeren leben“ u.a.) gelang es ihr zudem ein breites öffentliches Bewusstsein für die Bedeutung der Meere zu schaffen.

1978 zog Elisabeth Mann Borgese nach Nova Scotia, Kanada und übernahm dort bald eine Professur für Politische Wissenschaften an der Universität von Halifax, wo sie bis an ihr Lebensende lebte.

Zum 100. Geburtstag Elisabeth Mann Borgeses wirft dieses Porträt der Literaturwissenschaftlerin Karoline Kühn Schlaglichter auf wichtige Gründe ihres Wirkens – persönliche, politische und zeitgeschichtliche.

 

Projektleitung: Frankfurter Bürgerstiftung 

Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserem Newsletter!