Holzhausenkonzerte – Streichquartetttage<br>Konzert mit dem Eliot Quartett

Holzhausenkonzerte – Streichquartetttage
Konzert mit dem Eliot Quartett
Am Donnerstag, 29. November 2018, 19.30 Uhr
Eliot Quartett © Andreas Kessler

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

(1810. Bürgerkonzert)


Maryana Osipova Violine
Alexander Sachs Violine
Dmitry Hahalin Viola
Michael Preuss Violoncello


Joseph Haydn (1732 – 1809)
Streichquartett op. 76 Nr. 5 D-Dur
Maurice Ravel (1875 – 1937)
Streichquartett op. 35 F-Dur
Edvard Grieg (1843 – 1907)
Streichquartett Nr. 1 in g-Moll op. 27

Das Eliot Quartett gründete sich im Sommer 2014 und zählt bereits zu den interessantesten und vielversprechendsten Streichquartetten der neuen Generation. Das international besetzte Ensemble gründete sich in Frankfurt am Main und ist Preisträger mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe. Vor allem im Jahr 2018 machte das Quartett mit einer Bilanz von insgesamt vier Preisen renommierter Wettbewerbe auf sich aufmerksam. So erhielt das Eliot Quartett den 2. Preis beim Mozartwettbewerb Salzburg sowie den 2. Preis beim Melbourne International Music Competition, gewann den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs mit 3 Sonderpreisen sowie den 1. Preis mit Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes von K. Szymanowski beim Karol Szymanowski Competition. Im November 2018 wird das Eliot Quartett die Streichquartetttage im Holzhausenschlösschen eröffnen, wo es 2019 als erstes Quartett "in Residence" eine eigene Konzertreihe gestaltet wird. Seine Künstlerische Ausbildung begann das Eliot Quartett im Master-Studiengang an der HfMDK Frankfurt bei Hubert Buchberger und Tim Vogler sowie an der Escuela Superior de Musica Madrid in der Meisterklasse von Günter Pichler. Weitere entscheidende Impulse erhält das Quartett in der gemeinsamen Arbeit mit Alfred Brendel. Darüber hinaus sind die vier Musiker Stipendiaten der Villa-Musica Rheinland-Pfalz und arbeiteten in Meisterkursen mit Künstlern wie Valentin Erben, Oliver Wille, dem Mandelring Quartett und dem Schumann Quartett. Das Eliot Quartett ist nach dem U.S.-amerikanischen Schriftsteller T. S. Eliot benannt, der sich von den innovativen, späten Streichquartetten Ludwig van Beethovens zu seinem letzten großen poetischen Werk, „Four Quartets“, inspirieren ließ. Im Jahr 2019 ist das Eliot Quartett anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Frankfurter Bürgerstiftung als erstes Quartett in Residence ausgewählt worden. 

Das Streichquartett op. 76 Nr. 5 in D-Dur von Joseph Haydn ist nach den beiden England-Reisen entstanden und wurde dem Grafen Joseph Erdödy gewidmet. Gegenüber den zuvor geschriebenen Streichquartetten op. 71 und op. 74 treten die orchestralen Züge und die Virtuosität etwas zurück, um vermehrt wieder der Polyphonie Platz zu machen. Als Eigenart gilt einerseits die quasi-sinfonische Anlage der schnellen Sätze, andererseits die Tiefgründigkeit des langsamen Satzes. Dieser bildet mit ernstem Charakter gelichzeitig den Schwerpunkt. Die umliegenden Sätze halten ganz bewusst nicht diese pathetische Stilhöhe: Das Menuett wartet mit derben Akzenten auf, das Finale wirkt unter anderem durch  die repetierten Achtel wie ein Scherz und wird beherrscht von dem Geist der Überraschung, den Haydn in seinen „Londoner Sinfonien“ auf die Spitze getrieben hatte. Eines der berühmtesten französischen Streichquartette ist jenes von Maurice Ravel. Dem Komponisten gelang zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine ganz eigene Deutung von Form und Klang. Allein der Anfang des Eingangssatzes, der noch in F-Dur beginnt und sich dann wie in pentatonischer Melodie, begleitet von aufsteigender Basslinie  aufschwingt, um schließlich in den noch nicht berührten Tonarten wieder abzusteigen, hinterfragt die  Verhältnisse Dur/Moll, Tonika/Dominante sowie Schlusspunkte durch Kadenzen, die entweder plötzlich oder gar nicht mehr konventionell erscheinen – wir befinden uns in einer neuen Tonsprache. Ein beliebter pizzicato Satz mit entrücktem Mittelteil sowie ein spektakulärer 5/8 Final-Ritt ergänzen das Quartett zu einem fantastisch vielschichtigen Werk. Edvard Griegs Streichquartett Nr. 1 in g-Moll entstand in den Jahren 1877 und 1878, in denen sich Grieg zum Komponieren in eine ländliche Gegend in der Nähe von Bergen zurückgezogen hatte. Er sah sich selbst in einer Schaffenskrise, da er sich die Aufgabe gestellt hatte, seine Rückgriffe auf folkloristische Musikmotive seiner Heimat mit anspruchsvollen, klassischen Musikformen wie denen des Streichquartetts zu kombinieren, was ihm nach eigener Aussage zunächst sehr schwer fiel. Nach Fertigstellung zeigte sich Grieg mit seinem Werk zufrieden. Er schrieb später: „Mir gefällt das Gefühl, daß in diesem Werk Herzblut steckt, wovon die Zukunft hoffentlich mehr als nur Tropfen sehen wird.“ Musikgeschichtlich gilt das Streichquartett heute als Bindeglied zwischen Romantik und Impressionismus.

 

Projektleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung

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