Holzhausenkonzerte – klaviersolo<br>Konzert mit Evgenia Rubinova

Holzhausenkonzerte – klaviersolo
Konzert mit Evgenia Rubinova
Am Donnerstag, 19. März 2020, 19.30 Uhr
Evgenia Rubinova © Marco Borggreve

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Allegretto c-Moll WoO 53
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Variierte Themen op. 105
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviersonate Nr. 22 F-Dur op. 54

*Pause*

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
12 Variationen über einen Russischen Tanz aus Wranitsky's Ballett "Das Waldmädchen" in A-Dur WoO 71

Fast nie stehen sie auf dem Konzertprogramm; doch es lohnt sich, Beethovens versteckte Schätze zu entdecken. Das kurze Allegretto c-Moll (ca. 1798) war vielleicht einmal als Sonatensatz konzipert. Hier zeigt sich auf besonders eindrucksvolle Weise Beethovens Fähigkeit zur Verdichtung auf engstem Raum. Beethovens variierte Themen op. 105 aus dem Jahr 1819 vereinigen extreme Gegensätze in sich. Sie sind zugleich vergeistigt und bodenständig, archaisch und modern, regional und weltumspannend, melancholisch und energiegeladen, grob und zärtlich, schlicht und schwierig, meditativ und ausgelassen, brillant und mutwillig, ein Meisterwerk und fast unbekannt.
Unter den Klaviersonaten Beethovens ist eine der eher unbekannten diejenige in F-Dur op. 54 (1804). Auch in ihr vereinen sich Gegensätze in mehrfacher Hinsicht. Das Hauptthema des ersten Satzes erinnert an ein barockes Menuett, im geheimnisvollen Kontrast zu ihm steht ein motorisches Seitenthema in Doppelintervallen. Beide Themen werden nicht etwa in einer Durchführung, sondern erst in der Coda miteinander verbunden, und zwar auf eine Weise, die Einfachheit und Komplexität verbindet. Die im ersten Satz angelegte Beschleunigung wird in der motorischen Phantastik des zweiten fortgesetzt, die weit in die Romantik deutet, etwa zu Schumanns Toccata.
Im Jahre 1796 schrieb Beethoven seine Variationenreihe WoO 71. Dem damals sehr erfolgreichen Ballett „Das Waldmädchen“ von Paul Wranitzky entnahm Beethoven das Thema. Es handelt sich um eine Variante eines russischen Tanzes, der später durch Glinkas Kamarinskaya bekannt wurde. Bekannter ist Beethovens Lied Adelaide aus dem Jahre 1797. Im Jahre 1815 begleitete Beethoven selbst einen Tenor, es war sein letzter öffentlicher Auftritt am Klavier. Später wurde das Lied von Liszt transkribiert. Einen ganz anderen Beethoven zeigt sein türkischer Marsch, den er für Variationen op. 76 und die Schauspielmusik "Ruinen von Athen" verwendete und den Liszt zur Grundlage für ein virtuoses Capriccio wählte.
Eintritt € 15,- / 20,- / 25,- / 30,- / 35,-
Projektleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Dr. Marschner Stiftung

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