Holzhausenkonzerte – klaviersolo<br>250 Jahre Ludwig van Beethoven!<br>Konzert mit Martin Stadtfeld<br>Zum Beethoven Todestag im Jubiläumsjahr

Holzhausenkonzerte – klaviersolo
250 Jahre Ludwig van Beethoven!
Konzert mit Martin Stadtfeld
Zum Beethoven Todestag im Jubiläumsjahr
Am Donnerstag, 26. März 2020, 19.30 Uhr

Die Veranstaltung musste abgesagt werden.

Martin Stadtfeld © Marco Borggreve Sony Classical

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir diese Veranstaltung aus aktuellem Anlass (Coronavirus/COVID-19) ausfallen lassen müssen.

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Klaviersonate Nr. 2 A-Dur op. 2 Nr. 2

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Klaviersonate Nr. 23 f-Moll op. 57

*Pause*

   Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

   Klaviersonate Nr. 32 in c-Moll op. 111

 

Zu meinem Programm:

"Als ich mit 14 Jahren in die Klasse von Lev Natochenny kam, gab er mir eine Liste mit Werken, die ich einstudieren sollte. Rachmaninoffs erstes Klavierkonzert war darauf, anderes selten gespieltes, und eben auch Beethovens Raritätensonate A-Dur aus Opus 2. Die lag mir, und ich musste mich zugleich daran abarbeiten. Eine geschmeidige Klaviertechnik lässt sich gut an diesem Werk des jungen Beethoven vermitteln. Der war ja als überragender Klaviervirtuose in den Wiener Salons unterwegs, komponierte wenig, improvisierte viel. Und so hat auch diese herrlich sprudelnde Sonate in ihrem Gestus viel Improvisiertes. Der zweite Satz ist sogar ein lehrreiches Beispiel dafür, wie Beethoven seine Musik aus dem Moment heraus entstehen lässt und sie weiterführt. Sich manchmal selbst zu überraschen scheint! Genialer früher Beethoven mit irritierenden, fast gewaltsamen Momenten. Haydn, dem der Zyklus Opus 2 gewidmet war, verabscheute diese Sonaten.

Das Urwüchsige der Sonate Opus 57 „Appassionata“ lässt sich schon anhand der von Ferdinand Ries kolportierten Entstehungsgeschichte ablesen: Immer herauf und herunter habe der Meister gebrummt und geheult auf einem Spaziergang, auf dem sie sich verliefen. Das sei ein Thema zum Finale der Sonate. In der Tat: Die Appassionata ist Musik ohne Melodie, und damit ein Befreiungsschlag Beethovens, mit dem er sich endlich von seinen Vorbildern Händel und Mozart lösen kann. Sie ist somit im Zusammenhang mit der Eroica zu betrachten: Beethovens sinfonische Befreiung. Auch die Appassionata ist Revolutionsmusik: Im zweiten Satz kommt ein Marsch aus der Ferne immer näher, dann ertönen die Fanfaren und man muss sich entscheiden – stehenbleiben, oder mitmarschieren. In eine bessere Welt, in eine optimistische Zukunft!

Abschied und Vollendung sind Begriffe, die immer wieder genannt werden, wenn es um Beethovens letzte Klaviersonaten geht. Ich neige dieser Deutung zu. Opus 110 mit dem Bach Zitat „Es ist vollbracht“. Und in Opus 111 löst sich ein Arietta-Thema buchstäblich auf. Wieder ist der Bach-Bezug gegeben: In dessen Goldberg-Variationen nennt er das Thema Aria. Zwar hat Diabelli durch seine ungeheure Provokation Beethoven nochmal zu einem Variationenwerk verleiten können, aber die Diabellis sind doch eher ein Kuriosum. Und der Meister zitiert auch darin wieder seine beiden letzten Klaviersonaten: Opus 110 und 111. Die Sonate Opus 111 gehört für mich neben den Goldberg-Variationen und Schuberts Sonate D 960 zu den größten Schöpfungen: Werke, bei denen man vorher nie weiß, was mit einem selbst im Konzert geschehen wird."

 - Martin Stadtfeld


Ausgerechnet mit einem der heikelsten Werke der gesamten Klavierliteratur, mit Bachs „Goldberg-Variationen“ beginnt der 22-jährige Pianist Martin Stadtfeld seine Aufnahme-Karriere. Wie einst Glenn Gould – noch dazu beim selben Label. Das Presse-Echo ist weltweit groß und inzwischen ist Martin Stadtfeld heimisch auf den berühmten Konzertpodien der Welt und Gast bei den großen Orchestern und Festivals.


Eintritt € 15,- / 20,- / 25,- / 30,- / 35,-

Projektleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Dr. Marschner Stiftung

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