Mit Jazz in den Frühling – Swing Spring Festival 2020<br>Wir gratulieren zum 95. Geburtstag von Emil Mangelsdorff (11.4.1925)!<br>Emil Mangelsdorff-Quartett feat. Scott Hamilton

Mit Jazz in den Frühling – Swing Spring Festival 2020
Wir gratulieren zum 95. Geburtstag von Emil Mangelsdorff (11.4.1925)!
Emil Mangelsdorff-Quartett feat. Scott Hamilton
Am Freitag, 3. April 2020, 19.30 Uhr

Die Veranstaltung musste abgesagt werden.

Scott Hamilton © Gerhard Richter

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir diese Veranstaltung aus aktuellem Anlass (Coronavirus/COVID-19) ausfallen lassen müssen.

(1876. Bürgerkonzert)

Als moderner Mainstream-Musiker im besten Sinne zählt der Stilist Emil Mangelsdorff (as, cl, fl, comp, ld) zu den profiliertesten Solisten und Komponisten des deutschen Jazz. Seine fein ziselierten Linien, getragen von einem großen, klaren Alto-Ton, erweisen ihn als souveränen Musiker, der die gesamte Tradition, vor allem Cool-Einflüsse, mit Blues-Gefühl und Sophistication zu einer musikalisch schlüssigen Synthese voller Wärme und Eleganz zu bringen versteht. Ohne seinen eigenen Stil zu gefährden, verarbeitet er dabei Einflüsse von Johnny Hodges über Charlie Parker und Lee Konitz bis Anthony Braxton und als Konzeptionist von der Swing-Tradition bis hin zu Techniken des gemäßigten Free Jazz. „Im Zusammenspiel seines Quartetts“, kommentierte der Kritiker Bert Noglik einen Auftritt 1990 in Leipzig, „entstand eine enorme Leichtigkeit, fast so etwas wie Unbeschwertheit, ohne dabei auf die Tiefe des musikalischen Gefühls und Gedankens zu verzichten.“ Sein Geheimnis ist, dass er sich die pure Lust und Freude an der Musik seit seiner Jugend bewahrt hat, seit jenem Erlebnis vor dem Radio seiner Eltern, als er zum ersten Mal amerikanischen Jazz hörte: „Da lief Louis Armstrong. Ich war geradezu elektrisiert, hatte einen Puls von 160 und wusste: Das ist es, das will ich auch machen!“ Auf dem Akkordeon spielte er die heiße Musik nach und stieg unter der Nazidiktatur zum heimlichen Star der Frankfurter Hotclub Combo auf, bis die Gestapo ihn verhaftete und an die russische Front schickte. Nach viereinhalb Jahren Kriegsgefangenschaft zurück in Frankfurt spielte er sich als moderner Altsaxophonist in die Spitzenriege des deutschen Jazz hinein. Als einer der Ersten pflegte er die Kunst des Duo-Spiels – zuerst mit Attila Zoller, später mit Bob Degen – und schuf bahnbrechende „Lyrik & Jazz“-Produktionen. Für seine Platte „Swinging Oildrops“ erhielt er den Schallplattenpreis der Deutschen Phono Akademie. Für seine musikalischen Verdienste und sein politisches Engagement wurde er mit dem Hessischen Jazz-Preis, der Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen, der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen, der Johanna-Kirchner-Medaille und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Axel Pape studierte Jazz- und Popularmusik an den Musikhochschulen in Stuttgart und Mainz. Seither ist er in verschiedene Projekte im Bereich Jazz und zeitgenössischer Musik eingebunden und gehört u.a. den Trios von Sebastian Sternal und Peter Reiter sowie dem Quintett von Steffen Weber an. Er ist Schlagzeuger im Ensemble „open up“ sowie in der Band des Kabarettisten Lars Reichow. Axel Pape war Stipendiat der Villa Musica und der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz und absolvierte Konzertauftritte in Clubs und auf Festivals im In- und Ausland. Er konnte bisher bei Produktionen für den HR, SWR, WDR und das ZDF mitwirken und hat seit 2012 einen Lehrauftrag für Jazz-Schlagzeug und Ensemble an der Hochschule für Musik in Mainz und seit 2015 am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt.

Thilo Wagner (Klavier), geboren 1965, hatte zwölf Jahre Klavierunterricht bei Paul Mortag in Karlsruhe. Nach Abitur und Ersatzdienst übernahm er erste Engagements in Profibands. 1987 wurden erste CD-Aufnahmen mit der Thilo Berg-Band eingespielt. Mittlerweile ist er auf über 60 CDs zu hören. Er ist Mitglied in folgenden Bands: Allotria Jazzband, European All Stars, Emil Mangelsdorff Quartett, Jazz Power u.a. Außerdem wird er immer wieder zu Tourneen mit Topmusikern der swingenden Jazzszene eingeladen: z.B. Scott Hamilton, Jim Hall, Harry Allen, Ack van Rooyen, Bruce Adams, Jim Snidero, Peanuts Hucko, Benny Waters, Antti Sarpilla und Lars Erststrand.

1995 nahm Jean-Philippe Wadle zum ersten Mal einen Bass in die Hand; einen elektrischen. Bald griff er jedoch zum Kontrabass, denn Swing wäre ohne dieses klassische Instrument nicht gegangen. 1998 gelang Wadle die Aufnahme in das Landes-Jugend-Jazz-Orchester Rheinland-Pfalz. 2006 schloss er sein Jazzstudium in Köln ab und begab sich auf die Suche nach Musikern seiner Generation, die seine Liebe zum Jazz teilten. Als Solist gewann er zweimal den Ersten Preis bei „Jugend Jazzt“. Außerdem wurde er immer wieder zu Tourneen mit bekannten Jazzmusikern wie Marshall-Alexander, Tom Gäbel oder Katja Ebstein eingeladen. 2003 gründete Wadle seine erste eigene Band „Bassface Swing Trio“ zusammen mit Pianist Thilo Wagner und Schlagzeuger Florian Hermann. 2004 erschien die erste Live-CD mit Bassface Swing Trio „Straight Live“.

Der amerikanische Tenorsaxophonist Scott Hamilton ist ohne Zweifel einer der großen Protagonisten des Swing. Das Who´s Who in Jazz nennt ihn gar den Mainstream Messias. Souverän spielt Hamilton mit dem Vokabular seiner Ahnen Lester Young, Ben Webster, Coleman Hawkins und Don Byas und hat dabei längst seine ureigene, gewichtige Stimme gefunden. Sein überlegener Ideenfluss und seine ungeheure Gestaltungskraft machen ihn zum bedeutendsten Mainstreamsaxophonisten unserer Tage. Geboren wurde Scott Hamilton wurde 1954 in Providence, Rhode Island. Durch Aufnahmen des Altsaxophonisten Johnny Hodges kam er schließlich zum Saxophon. Swinglegende Roy Eldridge holte das Ausnahmetalent 1976 für ein sechswöchiges Gastspiel nach New York und ebnete ihm den Weg für folgende Engagements mit Hank Jones und Anita O´Day. Fortan gehörte er zur ersten Riege der New Yorker- Szene und arbeitete abwechselnd mit Leuten wie Teddy Wilson, Benny Goodman, Gerry Mulligan, Woody Herman, Dave McKenna und Clark Terry. Für einen Abend verwandelt er nun das Holzhausenschlösschen in ein Mekka des Swing!

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserem Newsletter!