Frankfurter Streichquartettfestival - 250 Jahre Ludwig van Beethoven<br>Konzert mit dem Vogler Quartett

Frankfurter Streichquartettfestival - 250 Jahre Ludwig van Beethoven
Konzert mit dem Vogler Quartett
Am Mittwoch, 11. November 2020, 19.30 Uhr
Vogler Quartett © Özgür Albayrak
Evangelische Festeburgkirche (An der Wolfsweide 58, 60435 Frankfurt am Main)

„Zusammengefaßter, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen.“
(Johann Wolfgang von Goethe über Ludwig van Beethoven)

(1883. Bürgerkonzert)


Tim Vogler Violine
Frank Reinecke
Violine
Stefan Fehlandt
Viola
Stephan Forck
Violoncello

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Streichquartett Nr. 1 in F-Dur op. 18,1
Streichquartett Nr. 9 in C-Dur op. 59,3
Streichquartett Nr. 14 in cis-Moll op. 131

Individualität, die sich im Gemeinsamen entfaltet – hier liegt wohl das Geheimnis des Vogler Quartetts, das seit 1985 in unveränderter Besetzung weltweit eine einzigartige Karriere verfolgt und 2020 sein 35-jähriges Quartettjubiläum feiert. Der erste Preis beim Streichquartett-Wettbewerb in Evian 1986 machte das Ensemble von der (Ost)Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bereits ein Jahr nach der Gründung international bekannt. In den europäischen Musikzentren fühlen sich die vier Musiker ebenso zu Hause wie in Nordamerika, Japan, Australien und Neuseeland. Eigene Konzertreihen im Berliner Konzerthaus und in Neubrandenburg sowie die künstlerische Leitung der Kammermusikfestivals im irischen Sligo und in Homburg/ Saar sind feste Größen im jährlichen Kalender. Die Quartettmitglieder unterrichten als Professoren an den Hochschulen in Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Berlin und geben Meisterkurse in Europa und Übersee. Die Diskographie umfasst mehr als 20 Einspielungen in Quartettbesetzung von Beethoven bis Widmann, Klarinettenquintette von Mozart und Golijov mit David Orlowsky, ein Tango-Album mit dem Bandoneonisten Marcelo Nisinman sowie die Grammy-nominierte Einspielung „Paris Days – Berlin Nights“ mit Ute Lemper und Stefan Malzew. Derzeit entsteht eine Gesamtaufnahme der Dvořák-Quartette (3 CDs liegen bereits vor).

Einen Beethoven-Zyklus zum 250. Geburtstag des Komponisten wünscht sich wohl jedes Quartett, stellen doch die 16 Quartette einen eigenen Kosmos im Streichquartettrepertoire dar. Verteilt auf sechs Konzerte werden jeweils ein frühes, mittleres und spätes Quartett zu hören sein. Eine Ausnahme bildet das fünfte Konzert der Reihe, das einen Schwerpunkt auf die verschiedenen Fassungen des B-Dur Quartetts op. 130 setzt.  1799, ein Jahr nach der Veröffentlichung von Haydns op. 76, begann Beethoven mit der Werkgruppe op. 18, seiner ersten Auseinandersetzung mit der angesehensten Gattung der Wiener Klassik. Er hält sich dabei noch an die Vorgabe der von Haydn vorgegebenen Sechsergruppe. Schon die frühen Quartette zeigen die Suche nach Selbständigkeit, die dann in den mittleren und späten Werken großartig zutage treten wird.

Das Quartett op. 18,1 zeichnet sich durch einen monothematischen ersten Satz aus, gefolgt von einem von Shakespeares Grabszene aus ‚Romeo und Julia‘ inspirierten Adagio in Moll. Oktavsprünge und Bordunklänge mit Achtel-Skalen der 1. Violine kennzeichnen den 3. Satz. Der vierte Satz, eine Mixtur aus Sonatensatz und Rondo, bildet in seiner Länge ein Gegengewicht zum Kopfsatz.

Die Quartette der 1806 entstandenen Werkgruppe op. 59 stießen bei Zeitgenossen auf Unverständnis. Individuell gestaltete Sätze und komplexe Form sind Kennzeichen der Werke, die Graf Rasumowsky, dem wohl wichtigsten Förderer Beethovens, gewidmet sind. Das Quartett C-Dur op. 59,3 ist das Spielfreudigste und zu Beethovens Zeit auch das Erfolgreichste der Werkgruppe. Das siebensätzige Quartett cis-moll op. 131 bricht mit dem klassischen Sonaten-Prinzip. Vier der ineinander übergehenden Sätze bilden den Schwerpunkt, während die drei weiteren als Bindeglieder fungieren. Beethoven selbst sah das Quartett cis-moll op. 131 wohl als sein bedeutendstes an. 

 

Eintritt € 30,-
Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Wir danken der Familie und den Freunden von Helmut Holz für die großzügige Unterstützung des diesjährigen Streichquartettfestivals.
Kooperationspartner: Evangelische Festburggemeinde

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