Frankfurter Streichquartettfestival - 250 Jahre Ludwig van Beethoven<br>Konzert mit dem Vogler Quartett

Frankfurter Streichquartettfestival - 250 Jahre Ludwig van Beethoven
Konzert mit dem Vogler Quartett
Am Donnerstag, 12. November 2020, 19.30 Uhr
Vogler Quartett © Özgür Albayrak
Evangelische Festeburgkirche (An der Wolfsweide 58, 60435 Frankfurt am Main)

„Zusammengefaßter, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen.“
(Johann Wolfgang von Goethe über Ludwig van Beethoven)

(1884. Bürgerkonzert)


Tim Vogler Violine
Frank Reinecke
Violine
Stefan Fehlandt
Viola
Stephan Forck
Violoncello

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Streichquartett Nr. 2 in G-Dur op. 18,2
Streichquartett Nr. 11 in f-Moll op. 95
Streichquartett Nr. 12 in Es-Dur op. 127

Individualität, die sich im Gemeinsamen entfaltet – hier liegt wohl das Geheimnis des Vogler Quartetts, das seit 1985 in unveränderter Besetzung weltweit konzertiert.

Den Beginn der Karriere bildet der Gewinn des Streichquartett-Wettbewerbs in Evian 1986, dem Konzerte in den europäischen Musikzentren sowie in Nordamerika, Japan, Australien und Neuseeland folgten. Eigene Konzertreihen in Berlin und Neubrandenburg, die künstlerische Leitung zweier Kammermusikfestivals im irischen Sligo und in Homburg/ Saar, Meisterkurse sowie Professuren der Mitglieder in Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Berlin runden die vielfältigen Tätigkeitsbereiche ab. Die Diskographie umfasst mehr als 20 Einspielungen in Quartettbesetzung und erweiterten Formationen.

Das ‚frühe‘ Quartett des zweiten Abends entstand als drittes Werk der op. 18er Gruppe. Seine Opuszahl Nr. 2 erhielt es in im Zuge der Veröffentlichung und des Druckes. Das viergliedrige Hauptthema mit seinen Variationen im Durchführungsteil erinnert an eine galante Begrüßung, was dem Werk im 19. Jahrhundert den Beinamen “Komplementierquartett“ einbrachte. Dem burschikosen Kopfsatz folgt ein kantables Adagio. Das Scherzo des dritten Satzes entspricht nicht mehr dem Menuett-Schema, sondern lehnt sich an die Anfangsmelodie des vorhergehenden Satzes an. Der Schlusssatz überrascht durch seine Harmonik, in der Tonarten ohne Übergang aufeinander folgen.

Opus 95 (1810 komponiert, 1814 überarbeitet, 1816 gedruckt) mit dem vom Komponisten selbst mit dem Zusatz „serioso“ versehen, bildet den Abschluss der sog. „mittleren“ Quartette. Die Ablehnung seines Heiratsantrages an Therese Malfatti soll Grund der düsteren Grundstimmung des Werkes sein.  Im Vergleich zu den vorausgehenden Quartetten fällt bei nur 20 Minuten Dauer eine komprimierte Kompositionsweise mit Verdichtungen in der Harmonik auf.

Mit großem zeitlichen Abstand leitet das 1824 komponierte op. 127 die Phase der „späten“ Quartette ein. Der relative kurze erste Satz zeichnet sich durch einen lyrischen Charakter aus und wird von majestätischen Akkorden eingeleitet. Die Variationen des zweiten Satzes gehören zum Komplexesten und Empfindsamsten in Beethovens Schaffen. Dieses Stück wurde in einer Fassung mit Textunterlegung für Sopransolo mit Begleitung zu seinem Begräbnis aufgeführt. Ein ausladendes und energetisches Scherzando mit punktierten Rhythmen und Trillern rahmt ein geisterhaft-tänzerisches Trio ein. Beide Mittelsätze bilden in diesem Werk ein gewichtiges Zentrum. Das Finale ist ähnlich dem ersten Satz pastoral angelegt mit einem kontrastierenden Marschthema. Auch die Coda greift mit der Bezeichnung ‚Allegro comodo‘ den Grundcharakter wieder auf.


Eintritt € 30,-
Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Marguerite von Grunelius-Stiftung
Kooperationspartner: Evangelische Festburggemeinde

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserem Newsletter!