Frankfurter Streichquartettfestival - 250 Jahre Ludwig van Beethoven<br>Konzert mit dem Vogler Quartett

Frankfurter Streichquartettfestival - 250 Jahre Ludwig van Beethoven
Konzert mit dem Vogler Quartett
Am Freitag, 13. November 2020, 19.30 Uhr
Vogler Quartett © Özgür Albayrak
Evangelische Festeburgkirche (An der Wolfsweide 58, 60435 Frankfurt am Main)

„Zusammengefaßter, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen.“
(Johann Wolfgang von Goethe über Ludwig van Beethoven)

(1885. Bürgerkonzert)


Tim Vogler Violine
Frank Reinecke
Violine
Stefan Fehlandt
Viola
Stephan Forck
Violoncello

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Streichquartett Nr.3 in D-Dur op. 18,3
Große Fuge B-Dur op. 133
Streichquartett Nr. 7 in F-Dur op. 59,1

Individualität, die sich im Gemeinsamen entfaltet – hier liegt wohl das Geheimnis des Vogler Quartetts, das seit 1985 in unveränderter Besetzung weltweit konzertiert.

Den Beginn der Karriere bildet der Gewinn des Streichquartett-Wettbewerbs in Evian 1986, dem Konzerte in den europäischen Musikzentren sowie in Nordamerika, Japan, Australien und Neuseeland folgten.  Eigene Konzertreihen in Berlin und Neubrandenburg, die künstlerische Leitung zweier Kammermusikfestivals im irischen Sligo und in Homburg/ Saar, Meisterkurse sowie Professuren der Mitglieder in Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Berlin runden die vielfältigen Tätigkeitsbereiche ab. Die Diskographie umfasst mehr als 20 Einspielungen in Quartettbesetzung und erweiterten Formationen. 

Das Quartett D-Dur op. 18 Nr. 3 entstand als erstes der Werkgruppe. Septimen bestimmen das thematische Geschehen des ersten Satzes. Das zweite Thema bezieht sich deutlich auf Mozart. Es folgt ein arioses Andante -wieder mozart'scher Prägung-, während die beiden letzten Sätze Neues wagen. Anstelle des üblichen Menuettes oder Scherzos setzt Beethoven ein Allegro im Pianobereich mit geradezu frühromantischer Stimmung. Der tarantellaartig anhebende vierte Satz entwickelt sich im Verlauf durch überraschende Modulationen, eine Vielzahl von Sforzati und daraus resultierender enormer rhythmischer Energie zu einer neuartigen Finalidee. Das Werk ist ein Musterbeispiel für anspruchsvolle und spielfreudige Musik.

Die ‚Große Fuge‘ B-Dur op. 133 ist der ursprüngliche Finalsatz des B-Dur Quartettes op. 130. Die Tatsache, dass Beethoven auf Bitten seines Verlegers Artaria das Stück als op. 133 herausgeben ließ und für das Quartett ein neues Finale komponierte, wird bis heute kontrovers diskutiert. Beethoven kombiniert hier vier Einzelfugen mit der Idee des Sonatensatzes. Die Fuge sprengt im Grunde jeden Rahmen, orchestrale Wucht steht im Gegensatz zu feinstem Pianissimo. Das Werk war für die Zeitgenossen vollkommen unverständlich und auch heute noch gehört es eher in die Kategorie ‚Neue Musik‘.

Mit dem Streichquartett F-Dur op. 59,1 geht Beethoven endgültig den Schritt zum großen Konzertquartett höchsten Anspruchs. Die zeitliche Ausdehnung, formale Neuerungen und enorme spieltechnische Schwierigkeiten zeichnen das Werk aus. Emotionaler Höhepunkt ist der langsame dritte Satz. Mit seiner Innigkeit, Konzentration, Harmonik und Ausdehnung ist er Synonym für eine universelle Klage. Nach einer kunstvoll virtuosen Überleitung der 1. Violine folgt attacca das Finale, ein Tanz mit einem russischen Thema als Huldigung an den Widmungsträger Rasumowsky. 

 

Eintritt € 30,-
Gesamtleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Förderer: Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung
Kooperationspartner: Evangelische Festburggemeinde

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