»Robert Schumann - psychologisch-psychatrische Annäherung an ein Genie«

»Robert Schumann - psychologisch-psychatrische Annäherung an ein Genie«
Am Mittwoch, 8. Dezember 2010, 19.30 Uhr
Eintritt € 8,- | erm.: € Schüler und Studenten haben freien Eintritt
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Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Stephan Volk

im Rahmen der Robert und Clara Schumann in Frankfurt-Ausstellung

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Psychologisch-psychiatrische Annäherungen an Robert Schumann sind in den vergangenen Jahrzehnten vielfältig unternommen worden. Nicht nur sein kompositorisches Werk sondern auch seine eigenen Aufzeichnungen wie Briefe und Tagebücher sind immens. Zusammen mit deren Inhalt und der Beschreibung durch Freunde, Ehefrau Clara und andere Zeitgenossen entsteht das Bild eines von der Jugend an und sich im späteren Leben verstärkenden ausgesprochenen Scheu und Zurückhaltung im unmittelbaren persönlichen Kontakt zu anderen Menschen, eines von jeher leise und oft undeutlich sprechenden Künstlers, der von 1833 an wiederholt Phasen schwerer psychischer Krisen durchlitt. Es spannt sich im Schrifttum zu Leben und Werk dieses Genius ein weites Spektrum von Annahmen, Meinungen, Mythologisierungen, psychoanalytisch bzw. psychiatrisch orientierten diagnostischen Einschätzungen. So wird Robert Schumann ein gehirnorganischen Leiden durch die Syphilis, eine krankhafte Persönlichkeit, wiederholte Depressionen mit Suizidimpulsen (1854 Sprung in den Rhein), in der aktuellen Literatur auch eine Alkoholabhängigkeit mit Alkoholdelir im Februar 1854, eine schizophrene Erkrankung zugeordnet. 1994 wurde die Krankenakte der privaten Nervenheilanstalt in Endenich zugänglich gemacht, deren Inhalt Aufschluß über die letzten Lebensjahre, die Robert Schumann dort verbrachte, gibt. Eine aktuelle Auswertung ergibt keine Hinweise darauf, daß eine Geisteskrankheit vorlag.

 

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stephan Volk, 1955 in Frankfurt/Main geboren, ist verheiratet und Vater von drei Söhnen. Nach dem Medizinstudium in Heidelberg von 1974 bis 1981 war er als wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Planck-Institut für Psychiatrie in München tätig. Von 1983 bis 1988 besuchte er eine Facharztweiterbildung in Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Frankfurt. Von 1988 bis 1998 arbeitete er als Oberarzt am Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie. 1996 wurde er habilitiert, 1998 zum ärztlichen Direktor der Fachklinik Hofheim GmbH berufen. 2001 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor der Frankfurter Universität. Seit 2006 ist er Geschäftsführer der Main-Taunuskliniken. Im Jahr 2007 erhielt er von der New Yorker State University die Ehrendoktorwürde. Von ihm sind 150 Publikationen in nationalen und internationalen medizinischen Zeitschriften sowie fünf Bücher erschienen.

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